Thema 1
Soziotechnische Systemgestaltung
Organisation und Technik werden häufig mehr oder weniger unabhängig voneinander konzipiert, und zwar wird meist zuerst der Arbeitsprozeß idealtypisch nach technischen und ökonomischen Gesichtspunkten geplant, danach wird die Organisation dazu entworfen. Auf diese Weise wird die technische Struktur zum Sachzwang. Man kann das ganze System nun nicht optimieren, indem man jedes Teilsystem für sich optimiert, sondern es ist eine verknüpfte Optimierung notwendig. Betriebliche Systeme werden oft nur für das Funktionieren geplant, dabei ist ein betrieblicher Produktionsablauf nie störungsfrei. Ein störungsfreier Ablauf läßt sich nur dann erreichen, wenn bereits der Plan mit Störungen aller Art rechnet und den Weg zu ihrer Behebung vorsieht. Dies bedingt eine verknüpfte Optimierung von technischem und sozialem Teilsystem.
In einer soziotechnischen Organisationsanalyse ist deshalb die Identifikation von Störungen und Schwankungen, die sogenannte Varianzenanalyse, ein zentraler Bestandteil.